Saison 2011

Radsportgruppe weiterhin auf Wachstumskurs

Wolfgang Olbrich dürfte von den meisten anderen Vereins- bzw. Abteilungsvorsitzenden beneidet werden. Seiner Einladung zur Jahreshauptversammlung folgten über 50 Prozent der Mitglieder der Radsportabteilung der DJK Germania Hoisten. Unter diesen konnte er auch den Vereinsvorsitzenden Wilfried Bongartz begrüßen.

In dem Jahresrückblick des Abteilungsleiters dankte dieser zunächst seinen Vorstandskollegen Manfred Helten, Norbert Klerings und Michael Daniels für die im letzten Jahr geleistete Arbeit. Ein weiterer Dank ging an den Vergnügungswart Christoph Jansen für die Organisation der verschiedenen gesellschaftlichen Aktivitäten wie z.B. den Besuch der Tour de Neuss und dem gemeinsamen Familienbrunch sowie an Marcus Baumgarth für die Öffentlichkeitsarbeit. Erfreulich war im Hinblick auf das Gemeinschaftsgefühl, dass die gesellschaftlichen Aktivitäten immer gut besucht und sehr harmonisch verlaufen waren. Dies dürfte sicherlich auch mit ein Grund dafür sein, dass sich Mitgliederzahl nicht nur stabilisiert hat, sondern weiter ansteigend ist. Zurzeit sind 32 aktive Radler gemeldet, einem Weiteren wurde in den letzten Tagen das Anmeldformular für den Verein ausgehändigt. Das Wintertraining (Spinning) einiger der Aktiven hat zu weiteren Kontakten zu sportbegeisterten Radfahrern aus Nachbarorten geführt, die ihr Interesse bekundet haben, die Hoistener kennen zu lernen und sich eventuell der Abteilung anzuschließen. Wer unseren Charme kennt, der weiß, dass man uns nicht widerstehen kann. Hier besteht auch die Chance, dass sich die bisher zahlenmäßig bescheidene Fraktion der Damen verstärkt. (Leistungsmäßig verstärkten sie sich hoffentlich nicht zu sehr, da sie uns sonst ganz davon fahren) Sollte der Zulauf zu der Abteilung weiter so anhalten, muss man sich womöglich in ein paar Jahren Gedanken machen, ob die Räumlichkeiten des Vereinsheim als Versammlungsort von der Größer her noch ausreichen.

Leider war man im letzten Jahr auch nicht ganz von schweren Erkrankungen und Unfällen verschont geblieben. Zum Glück sind die Betroffenen jedoch wieder genesen, arbeiten schon wieder an ihrer Kondition und werden mit in die neue Saison starten.

Sportwart Norbert Klerings wies in seinem Jahresrückblick auf die sehr erfolgreiche Mehrtagestour 2010 hin, die wieder ins sauerländische Calle geführt hatte. Bei strahlendem Sonnenschein hatten die Radsportler über Pfingsten ordentlich Kilometer und Höhenmeter sammeln können. Auch die Planungen für das Jahr 2011 laufen bereits auf Hochtouren. So wird das Anfahren am 09.04.2011 um 14.30 Uhr an der Matthias-Ehl Sportanlage in Hoisten starten und mit einem gemütlichen und zwanglosen Beisammensein enden. Bereits jetzt sind auch interessierte Gäste herzlich eingeladen an der Ausfahrt teil zu nehmen und uns anschließend kennen zu lernen. Das Abfahren wird wie gewohnt am 15.10.2011 mit der Teilnahme an der RTF in Büttgen erfolgen. Auch für dieses Jahr ist wieder eine Mehrtagestour über die Pfingstfeiertage geplant. Neben Calle steht diesmal noch Bimbach in der Rhön als Ziel zur Diskussion. Hier findet am Pfingstwochenende eine 2-tägige RTF statt, die durch einen Radmarathon ergänzt wird. Fahrer aller Leistungsstärken kämen somit entsprechend ihrer sportlichen Ambitionen zu ihrem Recht und ihren Kilometern.

Neben den rein sportlichen Aspekten, soll aber auch das „Wir-Gefühl“ nicht zu kurz kommen. So wird zur Unterstützung der Radsportkameraden in Neuss selbstverständlich auch wieder deren große Veranstaltung, die Tour de Neuss am 27.07.2011, besucht. Darüber hinaus ist für November wieder ein Familienbrunch geplant.

Ganz ohne Sorgenfalten konnte Kassierer Manfred Helten seinen Kassenbericht vortragen und den Vereinsmitgliedern mitteilen, dass die Abteilung auf gesunden finanziellen Füssen steht. Die Beitragssenkung im letzen Jahr hat zu keiner Verschlechterung der Haushaltslage geführt. Kassenprüfer Jürgen (Pedi) Friedrich bescheinigte dem Kassierer eine ordnungsgemäße Kassenführung, so dass die Versammlung einstimmig seinem Vorschlag folgte, den Vorstand zu entlasten.

Da die Arbeit nun mal auf viele Schultern verteilte werden soll, mussten nun zwei neue Kassenprüfer gewählt werden. Anders als in vielen anderen Vereinen, in denen die Bereitschaft ein solches Amt zu übernehmen sehr zurück haltend ist, waren mit Andreas Stickel und Norbert Buddatsch gleich zwei Sportskameraden bereit sich mit ein zu bringen. Der Lohn hierfür war eine einstimmige Wahl der beiden.

Sozialistische Verhältnisse herrschten auch bei den anstehenden Vorstandswahlen. So wurden Norbert Klerings als Sportwart und Michael Daniels als 2. Abteilungsleiter ohne Gegenkandidaten ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

In jedem Jahr zeichnet die Abteilung Sportler aus, die durch ihre Leistungen hervorstechen. Dies heißt jedoch nicht, dass immer nur der schnellste oder der größte Kilometersammler im Fokus steht. In diesem Jahr sollten es zwei (und leider bisher unsere einzigen) starken Frauen sein. Mit Margret Kofferschläger und Elisabeth Stark sind es zwei Sportlerinnen die beweisen, dass auch Frauen einen heißen Reifen fahren können und sich keinesfalls immer nur im Windschatten verstecken. Leider waren beide bei der Versammlung verhindert, so dass die Auszeichnung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird. Diese Auszeichnung soll auch ein Zeichen für andere radsportbegeisterte Damen sein, dass sie sich keinesfalls verstecken müssen und gemeinsam mit uns unserem Hobby nachgehen.

In der Rhön, da ist es schön

rs20110916000_sbt„Die Rhön ist ein gut 1.500 km2; großes Mittelgebirge im Grenzgebiet der deutschen Länder Bayern, Hessen und Thüringen und in seinem Kernbereich ein Biosphärenreservat. Das Gebirge im äußersten Südosten des (hier länderübergreifenden) Osthessischen Berglandes ist teilweise vulkanischen Ursprungs. Der höchste Berg der Rhön ist die im hessischen Bereich liegende Wasserkuppe (950,2 m). In der Rhön befinden sich mehrere Skigebiete.

Der Name Rhön wird oft vom keltischen raino (= hügelig) abgeleitet, jedoch sind auch zahlreiche weitere Interpretationen möglich. Mittelalterliche Aufzeichnungen Fuldaer Mönche bezeichnen die Umgebung von Fulda und somit auch weite Teile der Rhön als Buchonia, Land der Buchenurwälder. Im Mittelalter war die Buche ein wichtiger Rohstofflieferant. Durch großflächige Rodungen entstand das Land der offenen Fernen mit heute etwa 30 % Waldbestand.“ (Quelle: Wikipedia, – auch ohne Doktortitel möchte man sich ja keinem Plagiatsvorwurf aussetzen)

Hört sich ja toll an, dachten sich die Mitglieder der Radsportabteilung der DJK Germania Hoisten, die mittlerweile für ihre Experimentierfreude bezüglich neuer Radreviere bekannt sind und sich selbst vor den schlimmsten, steilsten und gemeinsten Bergen nicht mehr schrecken lassen. Kurzer Hand beschloss man auf der Jahreshauptversammlung doch einfach mal dorthin zu fahren und zu testen, was dort für Radenthusiasten geboten wird. Die erste frohe Botschaft, die unser Sportwart Norbert Klerings verkünden konnte war, dass an unserem üblichen Tourwochenende, über Pfingsten, in der Rhön die bekannte Radsportveranstaltung des RSC ´77 Bimbach mit einer 2 tägigen RTF und der Möglichkeit zur Teilnahme am Radmarathon (238 km- am Stück wohl gemerkt) stattfinden würde. Bei einigen leuchteten die Augen bei dem Gedanke an die Teilnahme an dem Event auf, bei anderen standen eher die Fragezeichen im Gesicht. Es stand die Frage im Raum: Bimbach? Was, wo, wie? Vielleicht sollte man als Radsportler doch ab und zu mal ein Radsportmagazin lesen, denn lesen bildet ja bekanntlich. Also, für alle Unwissen wie wir, es ist wirklich eine bekannte und, wie wir jetzt bestätigen können, tolle Veranstaltung – mal abgesehen vom Wetter.

Nun gut, beschlossen und verkündet. Jetzt ging es daran, eine passende Unterkunft zu finden. Auch hier war unser Sportwart wieder sehr rege und fand ein auf Radler eingerichtetes Hotel in Klein Heilig Kreuz. Für die, die Lücken im erdkundlichen Wissen aufzuweisen haben und nicht wissen, wo sich dieser weltbekannten Ort befindet, hier ein kleiner Hinweis. Der Ort, oder besser gesagt die Ansammlung von drei Häusern, befindet sich in einem abgeschiedenen, aber landschaftlich sehr reizvollem Tal und ist ein Teil der Gemeinde Großenlüdern / Kleinlüdern, welche zum Landkreis Fulda gehört. Alles klar?

Da diesmal die Anreise bereitst am Freitag erfolgte, wurden die Fahrräder bereits am Donnerstag in den Anhänger verladen. Ein Teil der Radler musste am Freitag noch arbeiten, so dass sich deren Anreise auf den Nachmittag bzw. frühen Abend verschob. Mit Pedi Friedrich, Kalle Haas, Marcus Baumgarth und Ralf Steinfeld gab es jedoch eine Vorhut, die mit den Rädern im Anhänger am Freitagmorgen starteten und schon mal vor Ort die Gegend erkunden wollte. Vom Navigationsgerät sicher gleitet, verlies man die Autobahn und folgte zunächst unbesorgt den Anweisungen der Stimme aus dem Gerät. Als man dann jedoch die Bundesstraße und dann die Landstraße verlies und in eine Seitenstraße einbog, kamen doch die ersten Zweifel, ob einem solchen Gerät auch zu trauen sei. Die Straße wurde immer schmaler, die Berghänge rückten immer näher zusammen und man erwartete bald den ersten Bären oder Wolf zu erblicken. Nach einer engen Kurve und einer letzten kleine Bodenwelle konnte man sich jedoch beim Anblick des Hotels entspannen.

Da alle in Doppelzimmern untergebracht waren, wollte man den Nachzüglern vorab schon einmal die jeweiligen Zimmernummern per SMS zukommen lassen. Hier zeigte sich, dass jede Idylle auch einen Nachteil hat. Das Tal ist so abgeschieden und eng, dass dort nicht einmal das Handy Empfang hat. Welch himmlische Ruhe.

Angedacht war es, unmittelbar nach der Zimmerbelegung die Räder zu besteigen und die Gegend sowie die Anfahrtstrecke zum Startort für die RTF zu erkunden. Bekanntlich kommt es immer anders, wie man denkt. So auch hier. Nachdem der Anhänger abgestellt war musste man feststellen, dass einer der vier Reifen einen Platten hatte. Da kein Ersatzreifen vorhanden und somit ein einfacher Reifenwechsel nicht möglich war, musste eine andere Lösung bis zur Rückfahrt gefunden werden. Dank Pedi als erfahrenem Kfz-Meister war jedoch der gute Rat nicht teuer. Reifen runter, ab damit in den Kofferraum und schon brauste Pedi von dannen, um den Reifen reparieren zu lassen. Da nicht klar war, wie lange die Suche nach einem entsprechenden Betrieb dauern würde, schwangen sich die Zurückgebliebenen wie geplant auf ihre Räder und traten die Erkundung an. Hierbei mussten sie aber feststellen, dass sich die Einheimischen entweder selber nicht in ihrer Heimat auskennen oder kein Talent für Wegbeschreibungen haben. Strikt den Anweisungen folgend kam man an den verschiedensten Orten aus, nur nicht in Bimbach. Nach mehrmaligen Fragen und dem richtigen Riecher, kam man jedoch am Wunschort an. In Bimbach, einem Ort der wesentlich kleiner als unser Hoisten ist, herrschte reges Treiben. Anscheinend sind in die Organisation und Durchführung der zweitägigen Veranstaltung alle Bürgerinnen und Bürger des Ortes eingebunden. Nachdem nun die Anfahrtstrecke zum Start- und Zielort bekannt war, radelte man immer der Nase nach in Richtung der nahen Kreisstadt Fulda und genoss die ersten Eindrücke der reizvollen Landschaft auf zum Teil mehr als einsamen Nebenstraßen. Auf der Rücktour von Fulda nach Klein Heilig Geist entdeckte man sogar noch eine Abkürzung nach Bimbach. Da diese von Fulda kommen jedoch mit einer rasanten Abfahrt endete, hätte dies für den nächsten Morgen einen knackigen Anstieg direkt am frühem Morgen bedeutet. Dies konnten wir unseren Sportskameraden natürlich antun und fuhren daher am Samstag die etwas längere aber flachere Strecke zum Start.

Als die Vorhut ins Hotel zurück kehrte, traf sie einen Großteil der Nachgereisten schon bei bester Stimmung im Biergarten des Hotels an. Dies hieß natürlich, dass vor der heißen Dusche zunächst gemeinsam die Elektrolyten mit einem isotonischen Getränk aufgefüllt werden mussten, schließlich wollte keiner am nächsten Tag schwächeln.

Den Abend verbrachte die gesamte Gruppe bei einem sehr guten Abendessen in geselliger Runde. Hierbei konnten auch die ersten Kontakte zu anderen Einzelradlern bzw. anderen Gruppen geknüpft werden, die am nächsten Tag ebenfalls in Bimbach an den Start gehen wollten.

Der Samstag sollte dann der Tag der Herausforderungen werden. Im Angebot standen bei der RTF verschieden Runden mit 54, 75 und 115 km. Ein Teil der Hoistener Radler hatte die 75 er Runde und ein Teil die 115 er Runde ins Auge gefasst. Da die Strecken so angelegt sind, dass sie auf den ersten Kilometern identisch sind, war so sichergestellt, dass man zunächst als geschlossene Gruppe fahren konnte und sich zur Not auf den ersten Kilometern bezüglich seiner Streckenwahl anders entscheiden konnte.

Der Wettervorhersage hatte zwar Wolken, jedoch keinen Regen voraus gesagt. Aber welcher Wetterbericht stimmt schon? Der erste Blick am frühen Morgen ging in ein Nebelgrau, dass mit Regen durchzogen war. Dieser Anblick sorgte nicht unbedingt für eine allzu große Vorfreude auf den Tag. Natürlich stirbt die Hoffnung zu Letzt und man hoffte, dass der Regen nach dem Frühstück pünktlich zur Fahrt nach Bimbach aufhören würde. Leider starb die Hoffnung. Der Regen hörte natürlich nicht auf. Es entstand die Überlegung, die Abfahrt etwas zu verzögern und so der Sonne noch eine Chance zu geben. Da sich die besagte Sonne jedoch nicht zeigen wollte, entschied sich die Gruppe, bis auf zwei, zum geplanten Zeitpunkt zu starten. Also wurden die Räder aus dem Anhänger ausgeladen und soweit noch notwendig startbereit gemacht. Die beiden Spätstarter wollten ihre Räder natürlich bis zu ihrem Start nicht so lange draußen stehen lassen. Also holte Ralf sich schnell den Schlüssel für das Vorhängeschloss von Norbert, öffnet das Schloss, steckt das selbige in die Hosentasche und schon waren die Räder wieder in den Anhänger eingeladen. Bei einer solchen Aktion sollte man jedoch auf die Feinheiten achten und sich merken, wohin man das Vorhängeschloss tut. Nachdem die Räder also sicher und trocken verstaut waren, kam der fragende Blick, wo denn das Vorhängeschloss sei. Der Blick schweifte umher, Ralf sah das Schloss im inneren des Anhängers hängen, stutz einen Moment und staunt über sich selber, dass er es dorthin gehängt hat. Ein Griff zum Schloss, die Tür geschlossen und das Schloss auf die Tür. Einen kurzen Augenblick später wurde die Verwunderung groß. In der Hosentasche fand sich ein Vorhängeschloss, auf den der Schlüssel passte, den man in der Hand hatte. Passt dieser auch auf das Schloss, mit dem der Anhänger abgeschlossen wurde? Jeder kann sich jetzt die Antwort selber geben. Natürlich nicht. Also, wieder zu Norbert und ihn um den passenden Schlüssel bitten. Bei der Frage nach dem selbigen, stutzt dieser einen Moment und stellt nur lakonisch fest: „Dafür habe ich keinen Schlüssel!“

Tja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Jeder kann sich jetzt hier an dieser Stelle ausmalen, welches Thema uns die nächsten Tage begleitete. Zum Glück war das Hotel mit einer Schleifhexe und Trennscheibe ausgestattet. Doch dies nur am Rande.

Doch nun zurück zu den sportlichen Aktivitäten. Entgegen den anderen Radlern aus dem Hotel, sind die Hoistener Radfahrer richtige Sportler und fuhren die 12 km natürlich mit dem Rad und nicht mit dem Auto zum Startort. Also, rauf aufs Rad und ab ging es. Dank des Regens und dem Spritzwasser des Vordermannes war man nach ca. 5 Minuten bis auf die Haut nass und das Wasser stand in den Schuhen. Und natürlich, wer kennt es nicht, in diesen Momenten stellen sich den meisten Menschen die Frage nach dem Sinn des Lebens oder zumindest des eigenen Tuns. Und so wäre wahrscheinlich manchen Menschen folgende Gedanken durch den Kopf geschossen. Was tust du hier eigentlich? Wie blöd muss man eigentlich sein, um im Regen Fahrrad zu fahren? Wie schön könnte es jetzt auf den Bahamas sein? Uns waren solche Gedanken selbstverständlich vollkommen fremd.

Am Startort angekommen, hörte der Regen jedoch auf und die ersten tollen Eindrücke von der Veranstaltung entschädigten für die Nassen Füße. Zum Glück hat die moderne Sportwäsche auch die Eigenschaft schnell zu trockenen.

Da wir bereits als Gruppe angemeldet waren, ging es bei der Abholung der Startnummer ruck zuck und schon konnte die Fahrt los gehen. Vorab sei angemerkt, dass die Rhön eine landschaftlich sehr schöne Gegend ist und im Gegensatz zum Sauerland wirklich sehr weite Blicke zulässt, sofern man nicht zu sehr mit dem Schnaufen auf dem Rad beschäftigt ist. Die Organisatoren hatten tolle Strecken, meistenteils über verkehrsarme und frisch geteerte Nebenstraße ausgesucht und die gesamte Organisation wirkte zwar familiär, war aber perfekt und lies keine Wünsche offen.

Allerdings kann man auch Gemeinsamkeit zwischen dem Sauerländer und (dem Rhöner oder heißt es Rhönianer oder Rhöniasten? Kann mir einer helfen?) auf jeden Fall den dortigen einheimischen Mittelgebirgsbewohnern feststellen. Beide Volksstämme habe die seltsame Angewohnheit, dass sie ihre Straßen immer so bauen, dass man nur über Steigungen auf ihre Berge kommt. Ich für meinen Teil als Rheinländer kann dass überhaupt nicht nachvollziehen. Schließlich tragen wir mit unseren Braunkohletagebauen eher Berge ab.

Mit dem Start zeigte sich wie bereits angemerkt die Sonne, die Kleidung und Schuhe trockneten und die Laune stieg zusehends. Natürlich gab es wieder einen, der mehr leiden musste als die anderen. Der arme Chronist musste natürlich für die bildliche Untermalung des Berichtes wieder Fotos auf der Tour mache. D.h. Tempo machen und etwas Vorsprung vor der Gruppe bekommen, stehen bleiben, die Kamera schnell auspacken, Fotos machen, Kamera wieder einpacken, mit heraushängender Zunge hinter der Gruppe her jagen, sie einholen und dann Sprüche zu hören zu bekommen wie: „Bist Du auch schon da?“ Hier bitte ich um etwas Mitleid mit dem armen Kerl. Danke.

Leider wollte das Wetter nicht das Versprechen halten, was es zunächst gegeben hatte. Kurz vor dem ersten Kontrollpunkt fing es wieder an zu regnen. Als man die ersten kleinen Stärkungen dort zu sich nahm, trafen dann auch unsere beiden Spätstarter Ralf (der, der mit dem Schloss kämpft) und Julius ein, die auf der Strecke etwas Gas gegeben hatten. Sie hatten sich im Vorfeld für die 115 er Runde entschieden und verweilte daher nur kurz am Kontrollpunkt. Nach dem Punkt musste dann jeder für sich entgültig entscheiden, welche Strecke er fahren wollte, da sich dort die Strecke erstmals teilte. Da der Regen nur von kurzer Dauer war entschieden sich alle auf jeden Fall zumindest die 75 er Runde unter die Reifen zu nehmen, wobei die Option für die 115 er Runde noch für eine Weile offen blieb.
Nach ein paar Kilometern packte dann Peter, Kalle und Marcus der sportliche Ehrgeiz und man wollte etwas schneller fahren. Ein kurzer Stopp und Absprache, wer sich der Gruppe anschließen wollte, die Abmachung, dass die ersten am Zielort schon für das Empfangsbier sorgen sollten und los ging es. Nach ca. 15 km kam dann wieder die Stunde der Wahrheit. Hier teilte sich die Strecke erneut. Gerade aus lockte die 115 er Runde, rechts die 75 er Runde. Peter und Marcus wollten gerne die große Runde in Angriff nehmen, Kalle zögerte zunächst. Allerdings wollte man keinen alleine lassen, schließlich fährt man einer Gemeinschaft. Ein paar fragende Blicke, kurzes Schweigen und dann die Entscheidung von Kalle: „Ok, ich fahr mit Euch die große Runde.“ Heureka, dass ist Sportsgeist. Hier sei schon mal angemerkt, Kalle hat es nicht bereut.

Nach ein paar Kilometern dann eine Überraschung. Eigentlich hatte keiner erwartet auf der Strecke nochmals auf Julius und Ralf zu treffen. Auf einmal tauchten diese jedoch vor der Dreiergruppe auf. Ralf hatte mit Schaltproblemen zu kämpfen und konnte daher nicht so fahren wie er gerne wollte. Da das Problem nicht zu lösen war, fuhr man ab dort zu fünft.

Es folgten zwei weitere Kontrollpunkte, wobei der letzte schon mit einem etwas ungewöhnlichen Streckenverlauf aufzuwarten hatte. Die 75 er Runde verlief ab hier wieder auf der gleichen Strecke, wie die große Runde. Der Kontrollpunkt befand sich auf dem Firmengelände des Hauptsponsors der Veranstaltung, einem Mineralwasserabfüller. Um vom Gelände zu kommen musste man durch das riesige Getränkelager durch eine Halle fahren. Das Gemeine hierbei ist nur, dass man unmittelbar hinter der Hallenausfahrt eine steile Rampe hoch fahren muss, die man vorher nicht sieht. Natürlich hat man dann wie immer das falsche Blatt aufgelegt und es heißt sich selber mit dem Rad die Rampe im Stehen hoch zu wuchten. Selbstverständlich meisterten die Hoistener Radsportler diese Herausforderung. Kurz bevor die 5 wackeren Recken schließlich das Ziel erreicht, klingelte das Handy in der Trikottasche. Also kurz stoppen, man telefoniert schließlich nicht auf dem Rad, und die Frage der anderen Gruppe wo man den bleibe, kurz mit den Worten beantworten: “Holt schon mal das Bier, wir sind gleich da.“

Die 75 er Gruppe saß gemütlich auf Bierbänken in der Sonne und begrüßte die 5 Langstreckler mit einem großen Hallo und kaltem Bier. Eines muss man der Hoistener Radsportgruppe ja lassen, die Bierversorgung funktioniert immer.

Gemeinsam ging es dann trocken zurück zum Hotel. Nach der obligatorischen heißen Dusche klang der Abend wieder mit einem sehr guten Abendessen gemütlich aus.

Der Morgen des dritten Tages begann nicht wie der des vorherigen Tages. Es zeigten sich zwar ein paar Wolken am Himmel, aber es war trocken und immer wieder setzte sich die Sonne durch. Als unsereins noch gemütlich beim Frühstück saß, waren die Teilnehmer am Radmarathon (238 km am Stück) bereits gestartet. Es ist doch schön nicht ganz so ehrgeizig zu sein.

Bekanntermaßen kommt ein Unglück selten allein. Nachdem Ralf am Vortag schon das kleine Malheur mit dem Vorhängeschloss des Anhängers passiert und die Schaltprobleme am Fahrrad aufgetreten waren, wollte er sich diesem Problem vor der Fahrt zur zweiten Rundfahrt nochmals widmen. Dies tat er jedoch mit soviel Hingabe, dass letztendlich der Schaltzug riss und mangels eines Ersatzes für ihn die sportlichen Aktivitäten auf dem Rad beendet waren. Welche „tröstenden“ Worte er von seinen Radsportkameraden erhielt, kann sich hier wohl jeder selber ausmalen. Vielleicht hätte man jemanden fragen soll der …….

Nichts desto trotz schwangen sich die restlichen Hoistener Radler wieder auf ihre Sportgeräte und fuhren diesmal im Trockenen zum Startort Bimbach, um erneut die Rundkurse in Angriff zu nehmen. Da man aufgrund der langen Rückreise dieselbeige nicht zu spät antreten wollte, entschieden sich die Sportler die beiden kürzen Runden, 75 und 54 km unter die Reifen zu nehmen. Es handelte sich zwar um die gleiche Streckenführung wie am Vortag, nur dass man sie diesmal in der anderen Richtung befuhr, so dass auch keine Langeweile aufkam. Die Tour selber stand jetzt weniger im Zeichen, der sportlichen Herausforderung, als vielmals mehr im Sinne der Kameradschaft und des gemeinschaftlichen Raderlebnisses, woraus folglich ein etwas geringer Stundenschnitt entstand.

Am Ziel angekommen galt es ein letztes isotonisches Getränk zu sich zu nehmen und sich in Richtung Hotel und letztlich Heimreise zu begeben. Fast hätte die Radsportgruppe auch ihren ersten Pokal als zahlenmäßig stärkste Teilnehmermannschaft mit ins heimische Vereinsheim mitgebracht. Leider erfolgte die Pokalübergabe erst zu einem Zeitpunkt, als sich die Gruppe bereits auf der Heimreise befinden wollte. So musste man letztlich schweren Herzens auf die Mitnahme des Pokals verzichten.

Nach der Rückkehr ins Hotel wurde die Räder schnell verstaut. Zwar hatte man die Zimmer bereits räumen müssen, allerdings bestand die Möglichkeit sich in einer separaten Ferienwohnung nicht weit vom Hotel zu duschen. Die Wohnung sollte offen sein und Handtücher bereit liegen. Norbert B. war der schnellste der Truppe und eilte voraus. Nach kurzer Zeit kehrte er geduscht zurück, monierte allerdings, dass die Tür verschlossen gewesen sei und er durch das Fenster hat einsteigen müssen. Auch lägen keine Handtücher bereit, allerdings hatte er glücklicherweise sein eigenes mit gehabt. Als die anderen dann zur Wohnung kamen, stellten sie verwundert fest, dass die Tür wie besprochen offen stand und dort auch Handtücher für alle bereit lagen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Norbert bei der Benennung der Wohnung vielleicht hätte besser aufpassen sollen. Er war schlichtweg in der falschen Wohnung duschen gewesen.

Nach der Abschluss der Körperhygiene nahm man noch eine kleine Stärkung zu sich und trat die Heimreise an.

Abschließend kann man auch wieder von dieser Mehrtagesfahrt der Radsportgruppe festhalten, dass sie ein voller Erfolg und ein tolles kameradschaftliches Erlebnis war. Es herrschte wieder Einigkeit, dass auch im Jahr 2012 eine Tour durchgeführt werden soll. Wohin ist um jetzigen Zeitpunkt noch offen, allerdings werden wohl auch wieder Berge hierbei eine Rolle spielen.

Radsport: DJK Radsportabteilung erobert Hamburg
Mit über 22.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind sie das größte Radsportevent Europas: die Hamburg Cyclassics. Keine Frage, dass die DJK Hoisten hier nicht fehlen wollte. 4 Racer machten sich also am Wochenende um den 21.August 2011 auf den Weg in die Hansestadt, um nach monatelangem Training Rennatmosphäre zu schnuppern: Elli Stark, Windfried Prochnow, Ralf Steinfeldt und Julius Zander hatten sich vorgenommen, die 100-Kiloemter-Distanz unter 3 Stunden zu fahren. Das würde einem beachtlichen 33er Schnitt entsprechen.

hamburg_finisher_herren_668
Als Erststarter musste man allerdings ganz nach hinten: Startblock R! Es hieß also, sich durch das Feld nach vorne zu kämpfen. Startzeit: 07:50 Uhr. Um 09:10, also über eine Stunde später, ging dann auch Startblock R mit unseren Hoistener Rennradfahrern auf die Reise. 800.000 Zuschauer auf der Strecke sorgten für eine phantastische Atmosphäre und feuerten die Radsportler begeistert an.
Knapp 3 Stunden später waren wieder alle im Ziel: abgekämpft aber ungestürzt und zufrieden mit den gefahrenen Zeiten: Winfried Prochnow schaffte die Strecke in 2 Stunden 52 Minuten und einem beachtlichen Schnitt von 35,5. Elli Stark war sogar noch etwas besser und wurde in ihrer Altersklasse sensationell Zweite. (Fahrzeit: 2:45 Stunden, Schnitt: 37 km/h). Ralf Steinfeldt (2:44 Stunden, Schnitt: 37,5 km/h) und Julius Zander (2:39 Stunden, Schnitt: 38,5 km/h) schafften es unter die ersten 2.000 Fahrer.
Alles in allem ein tolles Ergebnis für die vier Radsportler, die sich vorgenommen haben, im nächsten Jahr sogar noch etwas weiter vorne zu landen.

S

Hello. Add your message here.